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Seit dem 01-08-2005 ist das Regelwerk mit seinen Änderungen in Kraft. Die Kinder der Grundschulen in Rheinland-Pfalz werden schon seit 1998 danach unterrichtet. |
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Eines Tages machten sie sich auf den Weg, die Schreibung der Wörter zu überdenken, ja sogar mittels einer einberufenen Kommission zu prüfen und Vorschläge für deren Neugestaltung zu machen. Dies geschah um endlich all die mahnenden Schreie und flehenden Bitten der Allgemeinheit zu sammeln, gebräuchlich gewordene Fehler zu legitimieren und endlich die Unzahl von Ausnahmeregelungen zu beseitigen, der ursprünglichen Regel wieder Geltung zu verschaffen. Doch wie schwer war der K(r)ampf bis endlich etwas Brauchbares auf Papier gedruckt war. Da war aus der Reform noch ein kleines Reförmchen geblieben. Aber es war etwas bewegt. Und das kam an .. ... an - ders an ... nur nicht so wie es gedacht war. Viele derer, die nach langwierigen Übungen und beschwerlichen Diktaten endlich so weit waren, die nun als alte Rechtschreibung bezeichnete Schreibung erlernt zu haben, begehrten auf und ließen Widerstände ... wieder Stände ... also althergebrachtes aufthronen ... auf Thröne stellen ... Das, was in Kindheit und Jugend so schwer war, galt nun als wertvolles Gut. ... Gut, dass sich da jemand Gedanken gemacht hat - es waren ja sogar viele und die waren nicht irgendwelche ... Jedenfalls sollte es ab 1998 den Kindern in den Schulen leichter gemacht werden. Auch wenn die Reform nur ein Reförmchen geworden war. Lehrer und Verlage gingen ans Werk ... die Verlage unter Kostendruck, die Lehrer unter Erfolgsdruck. Und über die Jahre ließ es sich auch gut an. Die Kinder kamen zurecht und werden später vielleicht mal sagen können: “Wir hatten es da ein wenig leichter als unsere Eltern.” ... Ach ja, die Eltern ... und Ältern ... Älteren ... Die ließen nicht locker ... das heißt, sie wurden ruhiger und der Widerstand war kaum noch zu hören. Aber dann kam 2005: Das Jahr, in dem die Reform ... Reförm ... oder das Reförmchen ... Endgültige Geltung ... was ein Wort ... bekommen sollte. Und siehe da, da waren sie wieder, jene Menschen, die ihre Bedenken vortrugen. Und sie gingen nun weiter, da sie sich weigerten, die neue Rechtschreibung anzunehmen. Und nun gilt in fast der ganzen Republik die neue Schreibung und in einigen Gebieten die alte. Schlimm für die, die umgelernt hatten ... anders gelernt hatten in den letzten Jahren. Sie müssen jetzt wieder anders lernen, Altes als neu lernen und Neues als alt begreifen. Oh weh ! Wer blickt das noch ? Wirtschaftlich erfordert es Investitionen ... für nur einen kleinen Teil der Republik natürlich. Und wenn dann noch mal nach-gedacht wurde, dann sind wir wieder eins ... wo auch immer das liegen wird !? - Lassen wir uns überraschen.- oder auch nicht. Dann schreiben wir da so, dort anders und hier ... irgendwie ... irgendwie ist das alles nicht so ganz nachvollziehbar. Aber so sind wir Deutschen nun einmal. Warum soll es einfach gehen, wenn es doch auch kompliziert gehen kann. Und was Neues ist fremd und davon halten wir von uns fern ... auch wenn keiner mehr so schreibt. Bisher ließen wir uns von einem privatwirtschaftlichen Institut vorschreiben wie zu schreiben war ... da wurde gelegentlich angepasst und aufgenommen ... keiner hat nennenswert Notiz davon genommen ... aufgeregt hat sich keiner. Nur noch eines als Beispiel: War der Kuss früher ein Kuß ? ... und gemeint ist nur das Wort - wohlgemerkt ... denn der Inhalt hat sich doch wohl hoffentlich nicht geändert ... In Anwendung der Regel war ein Kuß schon immer ein Kuss ... denn auf kurzen Vokal folgte ein doppelter Konsonant. Also: Auf kurzes u im Wort folgte SS ... naja, das ist belastet, gilt aber auch für andere Buchstaben ! Und da ergibt sich nicht zwangsläufig ein Problem. Und: küssen wollten wir schon immer ... und nicht küßen. Ich denke, das reicht. Bleibt hier nur die Hoffnung, dass wir lernen ... die Regeln und nicht die vielen Ausnahmen. Und dass wir lernen uns leichter zu tun mit notwändigen Änderungen - auch und gerade wenn es um unsere Rechtschreibung geht.
HINWEIS: Der Inhalt dieses Textes gibt die Gedanken einer einzelnen Person wieder, nicht die der Schule oder des Kollegiums ! N. Mönig, 2007
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